Brasilien: Insektenschutz für Reisende

Pulsierende Metropolen, traumhafte Strände und beeindruckende Natur: Brasilien hat zahllose kulturelle und landschaftliche Höhepunkte zu bieten.

Damit Sie Ihren Urlaub im fünftgrößten Land der Welt unbeschwert genießen können, sollten Sie auch die nötigen Vorkehrungen treffen. So gehört zum Beispiel ein zuverlässiger Insektenschutz ins Reisegepäck – schließlich können in Brasilien verschiedene Krankheiten durch Mücken- und Zeckenstiche übertragen werden.

Wichtig: Beachten Sie die aktuellen Reise- und Gesundheitshinweise des Auswärtigen Amtes und lassen Sie sich rechtzeitig vor der Reise am besten bei einer tropenmedizinischen Beratungsstelle bzw. durch einen Reisemediziner beraten. Überprüfen Sie auch Ihren Impfschutz. Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn bei Ihnen während oder nach einer Brasilienreise unklare Symptome auftreten.

Brasilien: Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden

Gelbfieber führt in der ersten Krankheitsphase mitunter zu grippeähnlichen Symptomen wie hohem Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Bei einem Teil der Erkrankten entwickelt sich danach eine sogenannte toxische Phase, bei der es zu inneren Blutungen und weiteren Komplikationen kommen kann. Mehr erfahren

Übertragung: Das Gelbfiebervirus wird durch tagaktive Mücken (Aedes oder Haemagogus) übertragen.

Risiko: Nur noch wenige Gebiete Brasiliens sind bislang frei von gemeldeten Gelbfieberfällen. Ein Anstieg der Gelbfieberfälle wurde in den letzten Jahren im Südosten Brasiliens verzeichnet. Vor allem in den Bundesstaaten São Paulo, Paraná, Santa Catarina, Minas Gerais und Mato Grosso besteht derzeit die Gefahr einer Ansteckung. Aus der Küstenregion des Bundesstaates Rio de Janeiro (Ilha Grande, Ilhabela und Angra dos Reis) wurden mehrfach Gelbfieberfälle mit Todesfolge bei ungeimpften Reiserückkehrern gemeldet.

Schutz/Prophylaxe: Brasilien verlangt bei Einreise aus Europa zwar keinen Nachweis einer Gelbfieberimpfung. Diese wird aber für alle Reisenden ab dem vollendeten 9. Lebensmonat spätestens 10 Tage vor Einreise nach Brasilien dringend zum eigenen Schutz empfohlen. Auch nach einer Gelbfieber-Impfung sollte man sich konsequent vor Mückenstichen schützen (Expositionsprophylaxe) – denn die Insekten können auch andere Krankheiten übertragen. Tipps zum Mückenschutz

In der Regel verläuft eine Infektion mit dem Zika-Virus ohne spürbare Symptome. Typische Krankheitszeichen sind Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Entzündung der Augenbindehaut sowie seltener Muskel- bzw. Kopfschmerzen. Eine Infektion während der Schwangerschaft gefährdet das Ungeborene. Mehr erfahren

Übertragung: Das Zika-Virus wird durch tagaktive Tigermücken (Aedes) auf den Menschen übertragen. Eine Übertragung ist jedoch auch von Mensch zu Mensch möglich – zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr, über Bluttransfusionen oder von der Mutter auf das ungeborene Kind.

Schutz/Prophylaxe: Es gibt weder eine Impfung noch eine Chemoprophylaxe oder ursächliche Therapie gegen die Zika-Virus-Erkrankung. Daher stellt ein konsequenter Schutz vor Mückenstichen die wichtigste Schutzmaßnahme dar (Expositionsprophylaxe). Wichtig: Frauen, die schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, wird von Reisen in Risikogebiete abgeraten. Auch den Partnern wird empfohlen, betroffene Regionen zu meiden. Falls dies nicht möglich ist, sollte nach der Rückkehr über einige Monate hinweg beim Geschlechtsverkehr ein Kondom verwendet und konsequent verhütet werden, um eine Schwangerschaft bei gleichzeitiger Zika-Virus-Infektion zu vermeiden.

Das Dengue-Fieber wird auch „Knochenbrecher-Fieber“ genannt, weil es neben hohem Fieber, Hautausschlag und Kopfschmerzen auch zu starken Knochen- und Gliederschmerzen kommen kann. In 2 bis 4 % der Fälle nimmt die Krankheit einen schweren Verlauf in Form eines Dengue-Hämorrhagisches-Fiebers (DHF) oder ein Dengue-Schock-Syndroms (DSS). Mehr über die Symptome erfahren

Übertragung: Dengue-Viren werden durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen.

Risiko: Ein Übertragungsrisiko besteht in ganz Brasilien.

Schutz/Prophylaxe: Da keine Impfung oder ursächliche Therapie existiert, wird im Rahmen der sogenannten Expositionsprophylaxe ein zuverlässiges Insektenspray empfohlen. Tipps zum Mückenschutz

Chikungunya heißt in der Sprache des Makonde-Volkes (Tansania) so viel wie „der gekrümmt Gehende“. Diese Bezeichnung weist auf die sehr starken Gelenkschmerzen hin, die infolge einer Infektion auftreten und auch länger bestehen können. Weitere häufige Symptome sind hohes Fieber und Hautausschlag. Mehr erfahren

Übertragung: Chikungunya-Viren werden von tagaktiven Tigermücken (Aedes) übertragen.

Schutz/Prophylaxe: Es gibt weder eine Impfung oder Chemoprophylaxe noch eine ursächliche Therapie. Daher ist konsequenter Mückenschutz die bedeutendste Maßnahme gegen Chikungunya. Tipps zum Mückenschutz

Malaria zählt zu den häufigsten Tropenkrankheiten. Weltweit erkranken jährlich rund 500 Millionen Menschen. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, droht ein lebensbedrohlicher Verlauf. Mehr über die Symptome erfahren

Übertragung: Die Erreger (Plasmodien) werden durch die weibliche Anophelesmücke übertragen. Besonders aktiv sind die Malaria-Mücken in der Dämmerung, nachts und in den frühen Morgenstunden.

Risiko: Ein hohes Malaria-Risiko besteht ganzjährig in den Provinzen Acre, Rondônia und Roraima. Als gering eingestuft wird das Malaria-Risiko in Amapà, Amazonas, Maranhao, Mato Grosso, Parà, Tocatins und den Außenbezirken der Städte Pôrto Velho, Boa Vista, Macapà, Manaus, Santarém, Maraba, Rio Branco und Cruzeiro do Sul. Als malariafrei gelten nur die Ostküste einschließlich Fortaleza, Recife, Iguaçu (Ausnahme: Iguaçu-Wasserfälle!) und die meisten Stadtzentren.

Schutz/ Prophylaxe: Bisher steht kein Impfstoff gegen Malaria zur Verfügung. Daher ist ein geeigneter Mückenschutz (Expositionsprophylaxe) notwendig (Tipps zum Mückenschutz). Je nach Reiseprofil kann zusätzlich auch eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll sein.

Eine Infektion mit dem Oropouche-Virus verläuft in der Regel Dengue-ähnlich. Typisch sind grippeartige Symptomen wie zum Beispiel Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen oder Lichtempfindlichkeit. Auch Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können vorkommen. Einige Patienten entwickeln zudem einen Ausschlag, der den Röteln ähnelt. Im Rahmen eines seltenen komplizierten Verlaufs kann sich eine Hirnhautentzündung (Meningitis) entwickeln.

Übertragung: Das Oropouche-Virus wird durch tagaktive Mücken übertragen.

Risiko: Oropouche ist in Brasilien weit verbreitet. Am höchsten ist das Übertragungsrisiko in den Amazonasgebieten.

Schutz/Prophylaxe: Um sich vor der Erkrankung zu schützen, wird im Rahmen einer Expositionsprophylaxe eine zuverlässiger Insektenschutz empfohlen.

Fast immer verläuft diese virale Infektion symptomfrei oder mit nur leichten Symptomen. Nur in etwa einem Prozent der Fälle kommt es zu schweren Verläufen mit Beteiligung des zentralen Nervensystems. Folge können beispielsweise eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder eine Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten (Meningoenzephalitis) sein. Fieber, Kopfschmerzen, ein steifer Nacken, Verwirrtheit und Schläfrigkeit zählen dann zu den typischen Beschwerden.

Übertragung: Die Viren (Flaviviren) werden durch Stechmücken (Culex) auf den Menschen übertragen. Vor allem Wildvögel tragen das Virus in sich, ohne selbst zu erkranken.

Risiko: Im Sommer und Frühherbst kann es in verschiedenen Regionen zu Ausbrüchen kommen. Vor allem in warmen feuchten Jahren, wenn es viele Mücken gibt, ist das Risiko erhöht.

Schutz/Prophylaxe: Bei Aktivitäten im Freien sollte man sich vor Mückenstichen schützen, z. B. durch entsprechende Kleidung und die Anwendung eines Insektensprays.

Die Infektion mit Leishmanien erfolgt über die Sandmücke als Vektor. Man unterscheidet zwischen kutaner und viszeraler Verlaufsform. Bei der kutanen Form kommt es zu Beulen, sogenannten „Aleppo-/Orient-Beulen“, die von innen nach außen abheilen. Die viszerale Form (Kala-Azar) geht mit einem Organbefall einher. Abhängig von der Verlaufsform steht hier eine lokale oder systemische Therapie zur Verfügung. Da die Inkubationszeit Wochen bis Monate beträgt, treten die Symptome meist erst verzögert auf.

Übertragung: Die Erreger (Leishmanien) sind Parasiten und werden von winzigen Sandmücken auf den Menschen (und auch auf Tiere) übertragen.

Risiko: In Brasilien kommen alle drei Formen der Leishmaniose häufig vor. Brasilien zählt die meisten Fälle von Haut-Leishmaniose in Südamerika. Ähnliches gilt für die viszerale Leishmaniose: 96 Prozent der Fälle in Südamerika treten in Brasilien auf.

Schutz/Prophylaxe: Um sich vor der Erkrankung zu schützen, wird im Rahmen einer Expositionsprophylaxe ein zuverlässiger Insektenschutz empfohlen.

Brasilien: Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden

Rasch ansteigendes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zählen zu den häufigen Symptomen der bakteriellen Erkrankung. Charakteristisch ist zudem der namensgebende kleinfleckige, teilweise punktförmige Hautausschlag, der meist nach etwa drei bis fünf Tagen auftritt. Bei komplikationslosem Verlauf klingt das Fieber in der Regel nach etwa zwei bis drei Wochen ab. Unbehandelt verläuft die Erkrankung oftmals tödlich, daher wird in der Regel bei Verdacht auf das Rocky-Mountain-Fleckfieber eine frühzeitige Antibiotika-Behandlung empfohlen.

Übertragung: Die Erreger (Bakterien, sog. Rickettsien) werden durch Zecken übertragen.

Risiko: Zuletzt sind vereinzelte Fälle im Bundesstaat São Paulo aufgetreten. Prinzipiell ist das Übertragungsrisiko in den warmen Monaten am höchsten.

Schutz/Prophylaxe: Bei Aktivitäten im Freien ist es unbedingt empfehlenswert, sich vor Zeckenstichen zu schützen, z. B. durch entsprechende Kleidung und die Anwendung von Zeckensprays. Kommt es dennoch zu einem Zeckenstich, muss die Zecke so schnell wie möglich entfernt werden. Treten nach einem Zeckenstich unklare Symptome auf, ist ein Arztbesuch wichtig.

Brasilien: Krankheiten, die durch andere Insekten übertragen werden

Die sogenannte Chagas-Krankheit (amerikanische Trypanosomiasis) geht in der akuten Krankheitsphase vor allem mit grippeähnlichen Symptomen und in einigen Fällen mit einer Schwellung des Augenlides einher. Noch Jahre nach der Ansteckung können sich teilweise gravierende Organveränderungen des Herzens und des Magen-Darm-Traktes entwickeln.

Übertragung: Die Erreger (Parasiten) werden vornehmlich durch den Biss infizierter Raubwanzen übertragen, die vor allem nachts aktiv sind.

Risiko: Die Überträger der Erkrankung sind vor allem in einfachen Behausungen (z. B. Lehmhütten) in ländlichen Regionen anzutreffen. Insgesamt wird das Erkrankungsrisiko für Urlaubsreisende daher als sehr gering eingeschätzt.

Schutz/Prophylaxe: Zum Schutz gegen Bisse empfehlen sich korrekt angebrachte Bettnetze.

Weitere Informationen:

Gefahrenlagen in Reiseländern sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Auf der Website des Auswärtigen Amtes finden Sie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise für Ihr Reiseziel: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/reise-und-sicherheitshinweise

Halten Sie vor der Reise Rücksprache mit Ihrem Hausarzt. Zu berücksichtigen ist auch der individuelle Gesundheitszustand des Reisenden, weshalb eine ärztliche Beratung empfohlen wird.