Deutschland: Insektenschutz für Reisende

Warum denn in die Ferne schweifen? Ob Strandurlaub an der Nord- oder Ostsee, eine Hausbootstour auf der Mecklenburgischen Seenplatte oder ein Wanderausflug in den Alpen, im Schwarzwald oder im Harz – Deutschland hat so einiges zu bieten.

Damit Sie Ihren Urlaub unbeschwert genießen können, sollten Sie auch die nötigen Vorkehrungen treffen. So gehört zum Beispiel ein zuverlässiger Insektenschutz ins Reisegepäck – schließlich können in Deutschland verschiedene Krankheiten durch Mücken- und Zeckenstiche übertragen werden.

Deutschland: Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden

In Deutschland traten 2019 erstmals im Land erworbene Fälle von West-Nil-Fieber auf. Daher wird empfohlen, sich in den Sommermonaten bei Aufenthalt im Freien vor Mückenstichen zu schützen. Tipps zum Mückenschutz

Aktuelle Fallzahlen bietet das ECDC (European Center for Disease Prevention and Control).

Deutschland: Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden

Bei der durch Zecken übertragbaren Virusinfektion treten zunächst meist unspezifische, grippeähnliche Symptome auf. Nach einem kurzen symptomfreien Intervall kommt es zu spezifischen neurologischen Beschwerden, die sich in Form einer Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) und mitunter zusätzlich einer Entzündung des Gehirns (Meningoenzephalitis) oder einer Rückenmarksentzündung manifestieren. Es besteht die Gefahr von bleibenden neurologischen Ausfällen in Form von Lähmungserscheinungen oder andauernden Kopfschmerzen. Bei ca. 1 % der Erkrankten mit ZNS-Beteiligung führt die Erkrankung zum Tode. In der Regel kommt es aber selbst bei schweren Verläufen zu einer vollständigen Heilung. 70-95 % der Infektionen verlaufen entweder asymptomatisch oder die zweite Krankheitsphase bleibt aus. Mehr erfahren

Übertragung: Die Virus-Erkrankung wird durch Zeckenstiche übertragen.

Risiko: Einige Bundesländer in Deutschland zählen zu den FSME-Risikogebieten. Am stärksten betroffen sind Baden-Württemberg, Bayern, Südhessen, das südöstliche Thüringen und Sachsen. Einzelne Risikogebiete befinden sich zusätzlich in Mittelhessen (Landkreis Marburg-Biedenkopf), im Saarland (Saar-Pfalz-Kreis), in Rheinland-Pfalz (Landkreis Birkenfeld) und in Niedersachsen (Landkreis Emsland).

Schutz/Prophylaxe: Gegen FSME gibt es eine Impfung. Vor allem wer in einem FSME-Risikogebiet lebt, sollte sich impfen lassen. Dies gilt insbesondere für bestimmte Berufsgruppen (z. B. Förster, Landwirte). Doch auch für Reisende kann bei besonderer Exposition (z. B. Wanderurlaub in FSME-Risikogebieten) eine Impfung sinnvoll sein. Zusätzlich ist es bei Aktivitäten im Freien unbedingt empfehlenswert, sich vor Zeckenstichen zu schützen, z. B. durch entsprechende Kleidung und die Anwendung eines Insektensprays.

Die Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung. Eine Rötung rund um die Einstichstelle, die sich ringförmig ausbreitet (Wanderröte), ist ein typisches Warnzeichen, welches innerhalb des ersten Monats auftritt. Die meisten Infektionen führen nicht zu Krankheitssymptomen, entwickelt sich jedoch eine Erkrankung kann es zu einer Beteiligung von Haut, Nervengewebe (frühe und späte Neuroborreliose), Gelenke (Lyme-Arthritis) oder Herz (Lyme-Karditis) kommen. Mehr erfahren

Übertragung: Die Erkrankung wird durch Bakterien (Borrelien) verursacht, die bei einem Zeckenstich übertragen werden können.

Risiko: Infektionen mit Borrelien nach einem Zeckenstich kommen in ganz Deutschland vor.

Schutz/Prophylaxe: Bei Aktivitäten im Freien ist es unbedingt empfehlenswert, sich vor Zeckenstichen zu schützen, z. B. durch entsprechende Kleidung und die Anwendung von Zeckensprays. Kommt es dennoch zu einem Zeckenstich, muss die Zecke so schnell wie möglich entfernt werden. Treten nach einem Zeckenstich Symptome einer Borreliose auf, ist ein Arztbesuch wichtig. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig mit einem Antibiotikum behandelt, kann es zu dauerhaften Schäden kommen.

Weitere Informationen:

Gefahrenlagen in Reiseländern sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Auf der Website des Auswärtigen Amtes finden Sie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise für Ihr Reiseziel: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/reise-und-sicherheitshinweise

Halten Sie vor der Reise Rücksprache mit Ihrem Hausarzt. Zu berücksichtigen ist auch der individuelle Gesundheitszustand des Reisenden, weshalb eine ärztliche Beratung empfohlen wird.