Kanada: Insektenschutz für Reisende

Flächenmäßig ist Kanada der zweitgrößte Staat der Erde – und landschaftlich besonders abwechslungsreich. Wer das Abenteuer Natur genießen möchte, ist in Kanada richtig. Aber auch Städte wie Vancouver, Toronto, Quebec und Ottawa sind einen Besuch wert.

Damit Sie Ihre Reise unbeschwert genießen können, sollten Sie auch die nötigen Vorkehrungen treffen. So gehört zum Beispiel ein zuverlässiger Insektenschutz ins Reisegepäck – schließlich können in Kanada verschiedene Krankheiten durch Mücken oder Zecken übertragen werden.

Wichtig: Beachten Sie die aktuellen Reise- und Gesundheitshinweise des Auswärtigen Amtes und lassen Sie sich rechtzeitig vor der Reise am besten durch einen Reisemediziner beraten. Überprüfen Sie auch Ihren Impfschutz. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn bei Ihnen während oder nach einer Kanadareise unklare Symptome auftreten.

Kanada: Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden

Die meisten mit dem West-Nil-Fieber infizierten Personen zeigen keine Symptome. Bei etwa 20 % kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden. In seltenen Fällen entwickeln sich schwere neurologische Symptome, wie z. B. eine Hirnhautentzündung oder Lähmungen. Mehr über die Symptome erfahren

Übertragung: Die Erreger werden von tagaktiven Stechmückenarten (z. B. Aedes, Culex) übertragen.

Risiko: In den meisten Teilen Kanadas besteht ab Mitte April ein Übertragungsrisiko. Am höchsten ist das Risiko zwischen Mitte Juli und Anfang September.

Schutz/Prophylaxe: Da es weder eine Impfung noch Medikamente gegen das West-Nil-Fieber gibt, wird ein konsequenter Schutz vor Mückenstichen und die Anwendung eines zuverlässigen Insektensprays empfohlen. Tipps zum Mückenschutz

Kanada: Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden

Die Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung. Eine Rötung rund um die Einstichstelle, die sich ringförmig ausbreitet (Wanderröte), ist ein typisches Warnzeichen, welches innerhalb des ersten Monats auftritt. Die meisten Infektionen führen nicht zu Krankheitssymptomen, entwickelt sich jedoch eine Erkrankung kann es zu einer Beteiligung von Haut, Nervengewebe (frühe und späte Neuroborreliose), Gelenke (Lyme-Arthritis) oder Herz (Lyme-Karditis) kommen. Mehr erfahren

Übertragung: Die Erkrankung wird durch Bakterien (Borrelien) verursacht, die bei einem Zeckenstich übertragen werden können.

Risiko: Prinzipiell besteht überall in Kanada ein gewisses Übertragungsrisiko bei Outdoor-Aktivitäten. Am höchsten ist das Risiko aber in Ost- und Zentralkanada.

Schutz/Prophylaxe: Bei Aktivitäten im Freien ist es unbedingt empfehlenswert, sich vor Zecken zu schützen, z. B. durch entsprechende Kleidung und die Anwendung von Zeckensprays. Kommt es dennoch zu einem Zeckenstich, muss die Zecke so schnell wie möglich entfernt werden. Treten nach einem Zeckenstich Symptome einer Borreliose auf, ist ein Arztbesuch wichtig. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig mit einem Antibiotikum behandelt, kann es zu dauerhaften Schäden kommen.

Rasch ansteigendes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zählen zu den häufigen Symptomen der bakteriellen Erkrankung. Charakteristisch ist zudem der namensgebende kleinfleckige, teilweise punktförmige Hautausschlag, der meist nach etwa drei bis fünf Tagen auftritt. Bei komplikationslosem Verlauf klingt das Fieber in der Regel nach etwa zwei bis drei Wochen ab. Unbehandelt verläuft die Erkrankung oftmals tödlich, daher wird in der Regel bei Verdacht auf das Rocky-Mountain-Fleckfieber eine frühzeitige Antibiotika-Behandlung empfohlen.

Übertragung: Die Erreger (Bakterien, sog. Rickettsien) werden durch Zecken übertragen.

Schutz/Prophylaxe: Bei Aktivitäten im Freien ist es unbedingt empfehlenswert, sich vor Zeckenstichen zu schützen, z. B. durch entsprechende Kleidung und die Anwendung von Zeckensprays. Kommt es dennoch zu einem Zeckenstich, muss die Zecke so schnell wie möglich entfernt werden. Treten nach einem Zeckenstich unklare Symptome auf, ist ein Arztbesuch wichtig.

Bei dieser Virusinfektion kommt es zu einem biphasischen Fieberverlauf. Die akute Phase dauert etwa zwei Tage. Nach zwei bis drei Tagen der Besserung folgt ein erneuter Fieberanstieg für zwei bis drei Tage. Dabei kann es zu Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Lichtempfindlichkeit und einer Meningoenzephalitis kommen. In seltenen Fällen entwickeln die Patienten ein flüchtiges Exanthem, meist verläuft die Erkrankung jedoch eher mild.

Übertragung: Die Viren werden durch den Stich einer infizierten Zecke übertragen.

Risiko: Ein Übertragungsrisiko besteht vor allem im Südwesten Nordamerikas (z. B. Alberta und British Columbia) in Bergregionen über 1.500 Metern. Am höchsten ist das Risiko von Mai bis Juli.

Schutz/Prophylaxe: Bei Aktivitäten im Freien ist es unbedingt empfehlenswert, sich vor Zeckenstichen zu schützen, z. B. durch entsprechende Kleidung und die Anwendung von Zeckensprays. Kommt es dennoch zu einem Zeckenstich, muss die Zecke so schnell wie möglich entfernt werden. Treten nach einem Zeckenstich unklare Symptome auf, ist ein Arztbesuch wichtig.

Gut zu wissen: Einige kanadische Zeckenarten, die vor allem im Westen vorkommen, können nicht nur Krankheitserreger übertragen. Im Speichel der Zecken sind auch sogenannte Neurotoxine (Nervengift) enthalten. Etwa vier bis sieben Tage nach dem Zeckenstich kann es dadurch zu Empfindungsstörungen (z. B. Kribbeln, Taubheitsgefühle) oder Lähmungserscheinungen (z. B. an Händen und Füßen) kommen. Man spricht von einer sogenannten Zeckenparalyse. Suchen Sie daher Ihren Körper sofort nach Zecken ab, wenn bei Ihnen entsprechende Symptome auftreten und gehen Sie zu einem Arzt. Besonders wichtig: Die Zecke sollte schnellstmöglich komplett entfernt und die Einstichstelle desinfiziert werden.

Weitere Informationen:

Gefahrenlagen in Reiseländern sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Auf der Website des Auswärtigen Amtes finden Sie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise für Ihr Reiseziel: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/reise-und-sicherheitshinweise

Halten Sie vor der Reise Rücksprache mit Ihrem Hausarzt. Zu berücksichtigen ist auch der individuelle Gesundheitszustand des Reisenden, weshalb eine ärztliche Beratung empfohlen wird.