Türkei: Insektenschutz für Reisende

Europa oder Asien? Beides! Denn die Türkei verbindet beide Kontinente und hat somit sowohl asiatische als auch europäische Kultur zu bieten. Aber auch Badeurlauber und Wanderbegeisterte kommen in der Türkei auf ihre Kosten.

Damit Sie Ihren Urlaub unbeschwert genießen können, sollten Sie auch die nötigen Vorkehrungen treffen. So gehört zum Beispiel ein zuverlässiger Insektenschutz ins Reisegepäck – schließlich können in der Türkei verschiedene Krankheiten durch Mücken- und Zeckenstiche übertragen werden.

Wichtig: Beachten Sie die aktuellen Reise- und Gesundheitshinweise des Auswärtigen Amtes und lassen Sie sich rechtzeitig vor der Reise am besten durch einen Reisemediziner beraten. Überprüfen Sie auch Ihren Impfschutz. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn bei Ihnen während oder nach einem Türkeiaufenthalt unklare Symptome auftreten.

Türkei: Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden

Die Infektion mit Leishmanien erfolgt über die Sandmücke als Vektor. Man unterscheidet zwischen kutaner und viszeraler Verlaufsform. Bei der kutanen Form kommt es zu Beulen, sogenannten „Aleppo-/Orient-Beulen“, die von innen nach außen abheilen. Die viszerale Form (Kala-Azar) geht mit einem Organbefall einher. Abhängig von der Verlaufsform steht hier eine lokale oder systemische Therapie zur Verfügung. Da die Inkubationszeit Wochen bis Monate beträgt, treten die Symptome meist erst verzögert auf.

Übertragung: Die Erreger (Leishmanien) sind Parasiten und werden von winzigen Sandmücken auf den Menschen (und auch auf Tiere) übertragen.

Risiko: Insgesamt ist die Erkrankung in der Türkei eher selten. Grundsätzlich ist das Übertragungsrisiko für Leismaniose am höchsten in ländlichen und bewaldeten Gebieten.

Schutz/Prophylaxe: Um sich vor der Erkrankung zu schützen, wird im Rahmen einer Expositionsprophylaxe ein zuverlässiger Insektenschutz empfohlen.

Die meisten mit dem West-Nil-Fieber infizierten Personen zeigen keine Symptome. Bei etwa 20 % kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden. In seltenen Fällen entwickeln sich schwere neurologische Symptome, wie z. B. eine Hirnhautentzündung oder Lähmungen. Mehr über die Symptome erfahren

Übertragung: Die Erreger werden von tagaktiven Stechmückenarten (z. B. Aedes, Culex) übertragen.

Risiko: Das West-Nil-Fieber ist vor allem in der Westtürkei verbreitet.

Schutz/Prophylaxe: Da es weder eine Impfung noch Medikamente gegen das West-Nil-Fieber gibt, wird ein konsequenter Schutz vor Mückenstichen und die Anwendung eines zuverlässigen Insektensprays empfohlen. Tipps zum Mückenschutz

Gut zu wissen: Die Türkei gilt seit 2010 als malariafrei. Daher werden keine besonderen Schutzmaßnahmen gegen Malaria empfohlen. Ein guter Schutz vor Insektenstichen ist aber grundsätzlich empfehlenswert.

Türkei: Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden

Nach einer Inkubationszeit von wenigen Tagen kommt es zu grippeähnlichen Symptomen. Gelegentlich verläuft die Erkrankung auch ohne klinische Symptome. Kommt es zu einer hämorrhagischen Verlaufsform treten neben punktförmigem Schleimhautblutungen und Nasenbluten auch schwere Darmblutungen auf. Es kann auch zu Blut im Urin oder Erbrechen von Blut kommen. Dies kann zu einem Multiorganversagen und schließlich zum Tod führen.

Übertragung: Die Virus-Erkrankung wird durch Zecken, vor allem Hyalomma-Zecken, übertragen. Weiterhin kann es durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion auch von Mensch zu Mensch bzw. von Tier zu Mensch übertragen werden.

Risiko: Das Übertragungsrisiko ist für die meisten Touristen als eher gering einzuschätzen. Ein Übertragungsrisiko besteht vor allem bei Aufenthalten in ländlichen Gebieten Zentralanatoliens, wie beispielsweise im Hinterland von Antalya oder in Kappadokien.

Schutz/Prophylaxe: Bei Outdoor-Aktivitäten (z. B. Wandern, Campen) ist es unbedingt empfehlenswert, sich vor Zeckenstichen zu schützen, z. B. durch entsprechende Kleidung und die Anwendung eines Insektensprays.

Typische Symptome sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, sowie charakteristische Hautläsionen an der Einstichstelle. Diese zeichnen sich durch eine bräunlich-schwarzer Kruste und einen roten Hof aus, man bezeichnet es als Eschar oder Tache noire. Bei rechtzeitiger Behandlung kann das Fleckfieber folgenlos abheilen – allerdings wird es oft nicht gleich erkannt.

Übertragung: Die krankheitserregenden Bakterien (Rickettsien) werden durch Zecken übertragen.

Risiko: Das sogenannte Mittelmeer-Fleckfieber ist in allen Mittelmeerländern weit verbreitet, kann aber beispielsweise auch in den Binnenländern Mitteleuropas vorkommen.

Schutz/Prophylaxe: Bei Aktivitäten im Freien ist es empfehlenswert, sich vor Zeckenstichen zu schützen, z. B. durch entsprechende Kleidung und die Anwendung eines Insektensprays.

Weitere Informationen:

Gefahrenlagen in Reiseländern sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Auf der Website des Auswärtigen Amtes finden Sie aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise für Ihr Reiseziel: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/reise-und-sicherheitshinweise

Halten Sie vor der Reise Rücksprache mit Ihrem Hausarzt. Zu berücksichtigen ist auch der individuelle Gesundheitszustand des Reisenden, weshalb eine ärztliche Beratung empfohlen wird.