Zeckenschutz für Kinder, Schwangere & Senioren

Zecken lassen sich grundsätzlich das ganze Jahr über finden, ihre größte Aktivität zeigen sie aber von den ersten warmen Frühlingstagen bis in den Herbst hinein.1 Gestochen werden kann grundsätzlich jeder, der sich im Wald, auf einer Wiese oder im Garten aufhält. Für manche Menschen lohnt sich beim Schutz jedoch ein besonders genauer Blick, weil sich ihre Ausgangslage unterscheidet. Bei Kindern, Schwangeren und Senioren spielen jeweils eigene Faktoren eine Rolle, die den Zeckenschutz umso wichtiger machen.

So schützen Sie sich und Ihre Familie vor Zecken

  1. Wählen Sie die richtige Kleidung: Beim Aufenthalt in hohem Gras und zwischen Sträuchern sind geschlossene Schuhe, langärmelige Shirts und lange Hosen ratsam, für Kinder ebenso wie für Erwachsene.1, 2 Helle Kleidung erleichtert außerdem das Erkennen und Entfernen der winzigen Tierchen.1
  2. Zeckenabweisende Mittel: Verwenden Sie zeckenabweisende Mittel auf der Haut, wenn Sie oder Ihr Kind sich im Wald oder auf der Wiese aufhalten. Welche Wirkstoffe sich für Kinder, Schwangere und Senioren eignen, erfahren Sie unten.
  3. Gründliches Absuchen: Suchen Sie sich und Ihre Kinder abends gründlich nach Zecken ab. Zecken bevorzugen weiche, gut durchblutete und dünne Hautstellen, wie z.B. Brust, Bauch, Lendenbereich und die Kniekehlen. Suchen Sie diese Bereiche besonders genau ab. Bei Kindern sitzen sie außerdem häufig am Kopf und am Haaransatz.1

Effektive Zeckenschutzmittel

Beim Schutz vor Zecken stehen Repellents an erster Stelle: auf die Haut aufgetragene Mittel, die dabei helfen, Zecken fernzuhalten. Sie lassen sich flexibel bei jedem Ausflug ins Grüne einsetzen und eignen sich für Kinder, Schwangere und Senioren gleichermaßen, sofern Sie den passenden Wirkstoff wählen. Ergänzend steht gegen FSME eine Impfung zur Verfügung.3

Repellents für Kinder, Schwangere und Senioren

Repellents wirken über die Haut, ohne die Zecke abzutöten. Sowohl Anti Brumm® Zecken Stopp als auch Anti Brumm® Lotion setzen dabei auf eine Kombination aus zwei Wirkstoffen. Der erste Wirkstoff, Icaridin, zählt zu den wirksamsten Repellents. Es bildet einen unsichtbaren Duftmantel auf der Haut, der den Geruchssinn der Zecken stört. So sorgt es dafür, dass Zecken menschliche Ausdünstungen wie Schweiß kaum noch wahrnehmen können. Dabei verbleibt Icaridin größtenteils auf der Hautoberfläche und wird kaum aufgenommen.

Der zweite Wirkstoff Eucalyptus citriodora Öl wird aus dem Zitronen-Eukalyptus gewonnen. Es zählt zu den wirksamsten pflanzlichen Mitteln gegen Mücken und Zecken. In Kombination erreichen die beiden Wirkstoffe einen besonders effektiven Schutz vor Zecken.

Für alle drei Personengruppen eignen sich beide Produkte. Anti Brumm® Zecken Stopp ist ein Spray, das Zecken bis zu acht Stunden fernhält und sich auch auf die Kleidung sprühen lässt. Anti Brumm® Lotion schützt bis zu vier Stunden vor Zecken. Sie wird wie eine typische Lotion aufgetragen.

  • Kinder: Achten Sie darauf, dass das Mittel für das Alter Ihres Kindes freigegeben ist. Anti Brumm® Lotion eignet sich bei sparsamer Anwendung für Kinder ab einem Jahr, Anti Brumm® Zecken Stopp ab zwei Jahren.
  • Schwangere: Beide genannten Produkte setzen auch auf Icaridin als Wirkstoff. Da zur Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit keine ausreichenden Erkenntnisse vorliegen, klären Sie die Anwendung am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
  • Senioren: Bei im Alter dünner werdender Haut ist die Lotion zum Eincremen oft die schonendere Wahl.

FSME-Impfung: Auffrischen nicht vergessen

Gegen FSME schützt eine Impfung, die die Ständige Impfkommission (STIKO) für Menschen empfiehlt, die in Risikogebieten Zecken ausgesetzt sind.3 Gegen Borreliose gibt es dagegen bislang keine Impfung.2

Wie gut die einzelnen Personengruppen geschützt sind, fällt sehr unterschiedlich aus. Am höchsten ist die Impfquote bei Kindern und Jugendlichen. Bei Erwachsenen fällt sie deutlich ab, und ältere Menschen sind hierzulande schlechter geschützt als Kinder.2 Ein Grund dafür wird oft unterschätzt: die Auffrischungsimpfung. Erst mit einer vollständigen Grundimmunisierung und regelmäßigen Auffrischungen bleibt der Schutz dauerhaft erhalten. Das zeigt sich auch in den Erkrankungszahlen. Von den im Jahr 2025 übermittelten FSME-Fällen waren 98 % gar nicht oder nur unzureichend geimpft, ihnen fehlte also die vollständige Grundimmunisierung oder eine Auffrischung.3

Bei den einzelnen Gruppen gilt es, einige Punkte zu beachten:

  • Kinder: Eine FSME verläuft bei Kindern häufig milder als bei Erwachsenen, schwere Verläufe sind aber möglich. Bei Kindern unter drei Jahren kann nach der Impfung Fieber auftreten.5 Stimmen Sie den Zeitpunkt daher am besten mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt ab.
  • Schwangere: Als Totimpfstoff ist die FSME-Impfung in der Schwangerschaft grundsätzlich möglich. Im ersten Drittel sollten jedoch nur dringend nötige Impfungen erfolgen, weshalb sich eine ärztliche Rücksprache empfiehlt.5 Um Abwägungen in der Schwangerschaft von vornherein zu umgehen, empfiehlt es sich, die Vorsorge vorausschauend zu planen: Frauen, die in FSME-Risikogebieten leben, sollten sich idealerweise schon vor Eintritt einer Schwangerschaft vollständig gegen FSME impfen lassen.5
  • Senioren: Ab einem Alter von 50 bis 60 Jahren (je nach Impfstoff) wird ein kürzeres Auffrischungsintervall von drei statt fünf Jahren empfohlen, da die Immunantwort im Alter nachlassen kann.5 Ein prüfender Blick auf den eigenen Impfstatus lohnt sich hier besonders.

Do’s and Don’ts bei der Anwendung von Zeckenschutzmitteln

Es gibt bei der Anwendung von Repellentien ein paar Dinge, die man unbedingt beachten sollte.

Do’s:

  • Altersempfehlung: Achten Sie darauf, ein geeignetes Zeckenschutzmittel für das jeweilige Alter zu wählen. Einige Mittel sind für Babys und Kleinkinder nicht geeignet.
  • Im Gesicht mit der Hand auftragen: Sprühen Sie das Zeckenschutzmittel nicht direkt ins Gesicht, sondern sprühen Sie es auf die Handfläche und tragen Sie es im Gesicht auf. Dabei die Augenpartie und die Mundregion aussparen.
  • Richtige Dosierung: Beachten Sie die Dosierungsanweisungen auf der Verpackung des Zeckenschutzmittels.
  • Wiederholte Anwendung: Je nach Produkt kann die Wirkungsdauer variieren. Tragen Sie das Mittel regelmäßig auf, insbesondere wenn Sie oder Ihr Kind längere Zeit im Freien verbringen. Bitte beachten Sie auch hier die auf dem Produkt angegebene maximale Anzahl der Anwendungen.
  • Besonders wichtige Stellen: Es gibt Stellen, die man besonders gründlich mit dem Repellent eindecken sollte. Dazu zählen der Nacken und die Knöchel.
  • In Kombination mit Sonnenschutz: Wenn Sie auch Sonnenschutz verwenden, beachten Sie bitte, dass Sie den Zeckenschutz als Letztes auftragen.

Don'ts:

  • Nicht auf geschädigte Haut auftragen: Tragen Sie den Zeckenschutz nicht auf geschädigte Hautstellen, wie z.B. Sonnenbrand, auf.
  • Kontakt mit Augen, Schleimhäuten, empfindlichen Hautstellen und Wunden vermeiden.
  • Nicht auf die Hände auftragen: Tragen Sie das Mittel nicht auf die Hände auf, damit es nicht in den Mund gelangt. Besonders wichtig ist das bei Kleinkindern, die häufig ihre Finger in den Mund stecken. Kommt das Mittel mit den Handflächen in Kontakt, waschen Sie diese anschließend gründlich mit Wasser und Seife.
  • Bei Kindern gilt: Lassen Sie Ihr Kind den Schutz nicht selbst auftragen.

Risiken für Kinder bei Zeckenstichen

  1. Aktives Spiel im Freien: Kinder verbringen viel Zeit im Freien, sei es beim Spielen im Garten, im Wald oder auf dem Spielplatz. Dadurch sind sie einem hohen Risiko ausgesetzt, von Zecken gestochen zu werden.
  2. Empfindliche Kinderhaut: Die Haut von Kindern ist zarter und empfindlicher als die von Erwachsenen. Zeckenstiche können bei Kindern zu stärkeren Reaktionen führen, einschließlich Rötungen, Schwellungen und Juckreiz.
  3. Kinder können sich nicht selbst schützen: Ein wirksamer Zeckenschutz kann dazu beitragen, das Risiko von Zeckenstichen zu minimieren. Dies ist besonders wichtig für Kinder, da sie oft nicht in der Lage sind, sich selbstständig vor Zecken zu schützen.
  4. Gesundheitsrisiken: Bis zu einem Drittel der Zecken können gefährliche Krankheitserreger, wie Borrelien, in sich tragen.6
  5. Langfristige Folgen: Unbehandelte, durch Zeckenstiche übertragene Krankheiten können zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen.2, 6 Frühzeitige Vorbeugung und richtige Anwendung von Zeckenschutzmitteln können helfen, eine Infektion zu verhindern.

Wieso Zeckenstiche für Schwangere ein Risiko sein können

Für Schwangere gelten bei Zeckenstichen einige Besonderheiten, die den Schutz umso wichtiger machen. Ein guter Zeckenschutz ist die sinnvollste Vorsorge gegen Borreliose und FSME. Zeckensprays wie Anti Brumm® Zecken Stopp senken das Risiko, gestochen zu werden, sodass eine Behandlung oder mögliche Folgen im besten Fall ganz ausbleiben.

In der Schwangerschaft sind nicht alle Antibiotika geeignet, mit denen eine Borreliose üblicherweise behandelt wird. Doxycyclin etwa, eines der gängigen Mittel, darf ab der 15. Woche nicht mehr eingesetzt werden. Behandeln lässt sich eine Borreliose dann weiterhin effektiv (z.B. mit Amoxicillin), die Auswahl an Wirkstoffen ist jedoch kleiner.2, 7

Eine durch Zecken übertragene Infektion sollte dennoch nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Große Studien weisen bei einer Borreliose-Erkrankung der Mutter zwar kein erhöhtes Risiko für Missbildungen oder Frühgeburten nach. Die Bakterien können jedoch über den Mutterkuchen zum ungeborenen Kind gelangen.7 Deshalb muss eine mütterliche Borrelieninfektion stets ärztlich behandelt werden.

Auch bezüglich der FSME ist Vorsicht geboten: Eine Übertragung des Virus auf das Ungeborene erscheint grundsätzlich möglich, wenngleich ein solcher Fall bislang noch nicht beschrieben wurde. Welche gesundheitlichen Folgen dies für das Kind hätte, ist jedoch völlig unklar.1

Risiken für Senioren

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, bei einer FSME-Infektion einen schweren Verlauf mit Komplikationen zu erleiden.3 Die Zahl der Erkrankungen nimmt ab etwa 40 Jahren deutlich zu, und ältere Menschen sind dabei stärker gefährdet als Kinder.3 Das ist besonders relevant, da es gegen FSME als Viruserkrankung keine gezielte medikamentöse Behandlung gibt.1 Lediglich die Symptome lassen sich lindern. Ein guter Schutz vor Stichen und ein gründliches Absuchen nach Zecken sind daher die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen.

Eine Zecke entdeckt? – Rasch reagieren

Falls Sie trotz aller Sicherheitsvorkehrungen doch eine Zecke bei sich oder Ihrem Kind entdecken, ist schnelles Handeln wichtig, um die Übertragung von möglichen Krankheitserregern zu minimieren.

So entfernen Sie eine Zecke

  1. Nutzen Sie eine spezielle Zeckenzange, eine Zeckenkarte aus der Apotheke oder eine spitze Pinzette. Greifen Sie die Zecke nahe der Hautoberfläche an ihren Mundwerkzeugen. Falls kein Zeckenentfernungsinstrument zur Hand ist, sollte die Zecke trotzdem sofort entfernt werden (z.B. mit dem Fingernagel).
  2. Langsam und gerade herausziehen: Ziehen Sie die Zecke langsam und gerade nach oben heraus. Manchmal halten sich Zecken hartnäckig mit ihren Widerhaken fest, dann können Sie vorsichtig rütteln, um sie abzulösen.
  3. Desinfizieren: Nach erfolgreicher Entfernung des Parasiten desinfizieren Sie die betroffene Stelle mit einem Antiseptikum. Falls kein Desinfektionsmittel vorhanden ist, können Sie auch Wasser und Seife verwenden.
  4. Tote Zecke entfernen: Steckt eine tote oder ausgetrocknete Zecke in der Haut, entfernen Sie sie wie in den Schritten 1-3 beschrieben.
  5. Falls Teile der Zecke in der Haut verbleiben oder Sie eine ringförmige Rötung um den Stich bemerken, lassen Sie die Stichstelle ärztlich untersuchen.
  6. Beobachten Sie die Stelle in den nächsten Wochen (evtl. ein Foto machen), ob sich die Haut verändert. Ggf. einen Arzt aufsuchen.

Repellents vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

* Gewährleistungsmarkentest BNITM 2025 (ausgenommen Anti Brumm Zecken Stopp und Anti Brumm Lotion); www.antibrumm.de

1 RKI – Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich, Infektion (2024). https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Zecken/Zecken.html. Letzter Zugriff: 03.07.2026
2 RKI – Ratgeber Lyme-Borreliose (2025). https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_LymeBorreliose.html. Letzter Zugriff: 03.07.2026.
3 RKI – Epidemiologisches Bulletin – FSME: Risikogebiete in Deutschland (2026). https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2026/09_26.pdf. Letzter Zugriff: 03.07.2026.
4 Auswärtiges Amt – Schutz vor Insekten (Stand: März 2026). https://www.auswaertiges-amt.de/de/reiseundsicherheit/reise-gesundheit/schutz-vor-insekten-2564658. Letzter Zugriff: 03.07.2026.
5 RKI – Antworten auf häufig gestellte Fragen zur FSME-Impfung (2026). https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/FSME-Impfung/FSME-Impfung.html. Letzter Zugriff: 06.07.2026.
6 Infektionsschutz.de – Erregersteckbrief Borreliose (2021). www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/borreliose/. Letzter Zugriff: 03.07.2026.
7 Prof. Dr. med. P. Altmeyer: Altmeyers Enzyklopädie – Lyme-Borreliose und Schwangerschaft (2024). https://www.altmeyers.org/de/dermatologie/lyme-borreliose-und-schwangerschaft-111612. Letzter Zugriff: 03.07.2026.